Patenschaft für “Stolpersteine” übernommen

September 6th, 2010 at 17:55

p_2048_1536_65928383-31B2-4F85-8E4E-6BF167E6BDAD.jpegSogenannte Stolpersteine sollen auf die Schicksale früherer Mieter aufmerksam machen, die von den Nazis deportiert und ermordet wurden. Stolpersteine sind kleine, in den Boden eingelassene Messing-Pflastersteine, die den Namen des oder der Ermordeten, das Geburtsdatum und den Zeitpunkt von Deportation und Mord tragen.

Die Patenschaft beinhaltet, die Stolpersteine sauber und lesbar zu halten, und darauf zu achten, dass sie nicht gestohlen oder beschädigt werden. Ich finde die Idee der Stolpersteine deswegen richtig, weil sie im Kleinen, ganz nah dran im alltäglichen Umfeld auf die Verbrechen der Nazis aufmerksam machen. Weggucken und ignorieren ist da viel schwerer. Die Erinnerung an das Geschehene trifft unvorbereitet, und sehr persönlich.

Mit den Stolpersteinen werden Schicksale angedeutet, nicht präsentiert. Ich habe die Patenschaft für die Stolpersteine der kleinen Familie Löwenhaupt übernommen, die Stolpersteine liegen unweit der Brotfabrik an der Prenzlauer Promenade. An den verschiedenen Zeitpunkten der Deportationen der Mutter Minna, von Siegbert und dem nur 19-jährigen Sohn Arthur lässt sich die Todes-Dramatik der Jahre 1942 und 1943 für diese drei ermordeten Menschen erahnen.

Am 5. September 2010 habe ich die Patenschaft für die drei Steine übernommen, und habe danach mit dem im überrreichten Starter-Paket enthaltenen Reinigungsmittel die Steine gleichmal poliert und wieder leserlich gemacht.

Nachtrag:  Republikweit gibt es viel Aufmerksamkeit für diese Erinnerungsform, auch Diskussionen bei der Verlegung von Stolpersteinen, die auch Gegenstand von Beschädigungen werden, alles nachstehend in einer kleine Presseschau der letzten Tage, überdies der Link zur Seite des Ideengebers und Künstlers Gunter Deming.

Kleine Presseschau: Frankfurter Rundschau, 9.9.2010: “Hattersheim: Streit um Stolpersteine” * Lübecker Nachrichten, 7.9.2010: “Bad Oldeslohe: Streit um Stolpersteine: CDU knickt ein” * DerWesten, 8.9.2010 “Hilchenbach: Geschichte vor der eigenen Tür” * Südwestpresse “Münsingen: Die Erinnerung an die Opfer lebendig halten” * NDR, 3.9.2010: “Anklam: “Mit Zusammenhalt durch Teilhabe” gegen Rechts” * Osthessen-News, 3.9.2010:”Am 7. September in Alsfeld 13 weitere Stolpersteine”

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